Logic Pro 8 Review

21.09.07 | Kategorie: music,news,review | 19 Kommentare
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NachDerLogicNacht

Naja ich sitze besser gesagt.
Dieses neue Logic 8 ist der Hammer. Nachdem ich jetzt fast 24 Stunden mit dem Programm verbracht habe und den Dokumenten: “Logic Pro 8 User Manual.pdf” und “New Features in Logic Pro 8.pdf”, sowie “L352929A_LogicStudio_PO.pdf“, einige Augenringe mehr und einen grossen Kelch Freude. Muss ich ganz klar gestehen, dass das Upgrade von Logic Pro 7 auf Version 8 das tollste Update in der jüngsten Zeit ist. Das “New Features” PDF hat nur 24 Seiten – aber gepaart mit dem Manual und dem komplett neuen Aufbau von Logic 8 ist man erstmal schwer beschäftigt.
Danke Apple! Hut ab! Schwei-ne-geil!

Einer meiner Blog-Leser und Helfer (Patrick), bat mich alsbald mal eine Review zu schreiben. Nun denn will ich mal loslegen was mir alles bisschen aufgefallen ist – und noch in Erinnerung ist.

Ich fange mal mit dem spektakulärstem aller Features an. Das Snap-to-Transient und die damit verbundenen Werkzeuge. Neu ist nämlich das Marquee Tool. Den kennt man schon aus Cubase oder sonstwo her. Er macht im Prinzip Selektionen ohne dabei gleich eine neue Region zu erstellen, beziehungsweise in die Datei (Sample Editor) gehen zu müssen.

Marquee Tool

Marquee kann aber mehr. Hat man erstmal eine Selektion aufgezogen, kann man Start- und End-Punkt der Selektion verändern. Dabei springt man gerne mal von Transient zu Transient. Das kennt man schon von Pro Tools. Leider ist es in Pro Tools bisher immer noch nicht möglich eine Selektion auch wieder kleiner zu ziehen hat man sie mal per Tab-to-Transient aufgezogen. Egal. Hat man mal seine Selektion aufgezogen und möchte daraus eine Region generieren genügt ein Klick auf die Selektion. In der Hinsicht hat man da an alles gedacht. “Split Selection by bla” und “Cut by hier” und “Region to Playhead” fupp und mäh und muh. Pro Tools kann sich da warm anziehen. Hier mal ein Ausschnitt aus den Snap-Modi’s:

Snap

Wo wir beim Thema wären – Digidesign. Ich wunderte mich als ich nach der Installation plötzlich im Treiber Dialog von Logic sowohl “DAE” als auch “Direct TDM” fand. Und das obowohl ich seit einem Jahr oder so keine Digidesign Hardware mehr besitze. Ein bisschen stöbern brachte hervor, dass Besitzer einer solchen Kiste nun im Sample Editor Digidesign’s “Audio Suite” PlugIns laden kann. Als ich das las war ich auch erstmal für fünf Minuten mal wieder Mundtot – wie so oft den letzten Tag.

Der Sample Editor:
Erfuhr auch eine Veränderung. Ein Freund bemerkte heute: “Das ist ja geil, dass der da unten jetzt so fest drin ist.” Und ich muss zustimmen. Das ist wirklich gut. Sonst immer fühlte man sich so bedrängt von diesem Editor und wusste nicht so recht wohin mit ihm. Die wichtigsten Editoren finden jetzt unten ihren Platz (Mixer(x), Sample Editor(w), Score(n), Piano Roll(p), Hyper Edit(y) – naja die Shortcuts muss man immer noch auswendig lernen. Richtig logisch waren die meisten ja nie.) Was positiv auffällt, ist das jetzt eine Präferenz vorhanden ist in welcher sich einstellen lässt wieviele Undo Schritte der Editor haben darf. Das ist interessant, da der Editor nun einen vom Arrange unabhängigen Undo-Queue hat. Undo im Arrange ist somit nicht gleich Undo ím Sample Editor.

Im Bild fallen noch zwei weitere schöne Dinge auf. “Global Undo File Path” und “External Sample Editor”. Im “Global Undo File Path” werden die Undo Files gespeichert. Nicht besonders aufregend. “External Sample Editor” ist standardmässig “Soundtrack Pro”. Aufgerufen wird der über Shift+W. Und das ist schon wat feines, wenn man mal ein Sample gerade biegen muss, geht man kurz in den Editor seiner Wahl und macht dort das Gefrickel.

Recording: Der nächste Hammer. Logic 8 bietet grundlegend 4 Recording Modi. Wobei ich einen ansprechen möchte.

recordtoggle.jpg

Der Record Toggle Modus ist so etwas wie der “Quick Punch” von Pro Tools. Die Aufnahme lässt sich starten und jedes mal wenn der Haupt-Record-Knopf betätigt wird, wird wieder weiter aufgenommen. Das Playback spielt während der ganzen Zeit. (Andere Funktionen wie zum Beispiel das Recorden von Takes und Comps, möchte ich euch bitten auf der Apple Homepage anzusehen.)

Hat man dann seine Audio Files aufgenommen, landen diese im Recording Bin(b), dafür bin ich auch dankbar. Der Bin hiess früher “Audio Window(Apfel+9)” wer sich erinnert. Ganz stimmt das auch nicht. Der Bin kommt, wie andere Fenster auch, einmal als angedockte Version und einmal als Fenster daher. Mir gefällt bisher die angedockte besser. Jede hat jedoch seine Vorteile. Kurz gesagt. Was mir am Bin gefiel, waren erweiterte Funktionen des Projektverhaltens von Logic. Audio Files werden seit Version 7 automatisch in einen Ordner “Audio Files” aufgenommen. Version 8 erlaubt es Gruppen zu erstellen.

creat-group.jpg

Was Gruppen sind ist klar oder? Was aber noch viel cooler ist, ist die Tatsache, dass die Gruppen, welche man in Logic anlegt auch auf der Festplatte so angelegt werden. Hat man also eine Gruppe namens “Gitarren Takes” findet man innerhalb von “Audio Files” einen eben solchen Ordner.

Und wo wir schonmal beim Aufnehmen sind. Die Präferenz “Track Mute/Solo” ist mir auch aufgefallen. Die Funktion ist vor allem für Einsteiger sehr interessant. Früher musste man Neulingen lange (ich spreche da aus (Unterrichts-)Erfharung) erklären, warum denn nun der “Track” unabhängig vom “Channel Strip” funktioniert. Ganz erspart geblieben ist mir das nicht – und ich hoffe das wird es auch nie. Diese Funktion macht aber letztendlich nichts anderes als, wenn im “Track” Solo gedrückt wird, gleichzeitig auch der “Channel Strip” in den Solo-Modus geschalten wird.

track_mute.jpg

Automatismus:
Hier hat Apple wirklich gut nachgedacht. Es ist nun zum Beispiel möglich im “Track Mixer”(Apfel+2), wie er früher hiess, einen Send zu einem noch nicht belegten “Channel Strip” zu aktivieren – beispielsweise “Bus 63-64″. Hat man das erledigt wird automatisch ein “Aux Channel” eingerichtet (Fader auf minus unendlich), welcher “Bus 63-64″ als Eingang hat. Benannte Kanäle ersetzen übrigens jetzt “Bus-” und “ReWire-Kanäle”

Sends:
Sends im Track Mixer haben eine dritte Option hinzu bekommen “Post Pan”. Was diese macht ist denke ich auch klar. Beschickt man einen Aux, wird die Panorama Position automatisch mit weiter geleitet (Nach dem Pan halt) :wink:

postpan.jpg

Zurück im Arrange tut man sich mitunter mit der Übersicht etwas hart, möchte man etwas neues aufnehmen. Kein Problem. Dafür gibt es “Hide Tracks” das grosse “H” aktiviert (am Track) fügt sie zum Hide hinzu. Drückt man den grossen “H” in der Menüleiste oder drückt “H” auf der Tastatur verschwinden als “H-Tracks”. ha ha ha!

hide-tracks.jpg

Apropos Hide. Übersicht ist ja auch so ein Thema. Möchte man sich mal ganz auf sein Arrangement konzentrieren, kann man einfach den Inspector(i) oder die “Lists” beziehungsweise den “Media-Browser” ausblenden.
Über Screensets wurde auch nochmal nachgedacht. Sie haben nun ein extra Menü, man kann sie benennen und die 9 Standard-Sets sind Gold wert!

Zuletzt noch etwas aus der Ecke, abgefahren cool. Vorher war “Song-Tempo” errechnen in Logic ja eher etwas das man lieber mal dem Assi machen liess. Jetzt ist das kein Problem mehr.

beatmapping.jpg

Im Beat Mapping Modus (ein globaler Track), kann man Logic sozusagen zeigen, wo die eins ist. In dem Bild sieht man, dass Zählzeit mit Sample nicht übereinstimmen klickt man auf die Zählzeit und zeigt dann Logic welcher Transient dafür wohl zuständig wäre, kann man den Assi nach Hause schicken…ups…Kaffee holen natürlich.

Lob ohne Tadel ist nicht gut!
Leider stört mich bisher nur eine Sache. Die Menüs innerhalb des Arrange lassen sich per Mausklick aufklappen – ganz normal. Stellt man jedoch fest “Ach ne halt Stopp. Das war doch … doch … genau! Im Audio Menü” und wechselt dann quasi zum Nachbarn ein Menü weiter rechts. Muss man dort erst klicken um erst das andere Menü zu schliessen und nochmal um das neue Menü wieder zu öffnen. (Anders als im oberen Menü in der Menüleiste, dort genügt ein Klick und man kann mit der Maus die einzelnen Menüs abgrasen.)

Zettt :zettt:

PS: Kaufen!
PS2: Hier geht’s zum zweiten Teil

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