Reason 4 Review – der Rest

20.10.07 | Kategorie: review | 1 Kommentar
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Wie neulich bereits erwaehnt, wollte ich damals schon das restliche Reason 4 anleuchten.
Diese Drohung wollte ich heute in die Tat umsetzen. Grund warum ich dafuer soviel Zeit verschwende ist, dass Reason 4 ein grosses Update mal wieder war. Hinzugekommen sind bei den neuen Geraeten vor allem neue Modulationsmoeglichkeiten.

RPG-8


Der neu hinzu gekommene Arpeggiator ist dafuer ein gutes Beispiel, wenn nicht sogar das Beispiel.
“RPG-8″ heisst die neue Modulationsquelle in Reason 4 und kann einfach per Noten angesteuert werden.

rpg8vorne

Dabei generiert er wie man es bei anderen Arpeggios gewoehnt ist je nach Einstellung das gewuenschte Pattern.
Bis hierher nichts besonderes. Jedoch verfuegt der RPG-8 ueber einen “Pattern”-Schalter. Dieser erlaubt es einzelne Noten aus dem Arpeggio-Pattern aus zu schalten. Somit “rutschen” die dahinter liegenden Noten nach vorne. Und man erhaelt weitere Arpeggio-Patterns auf diese Weise. Eine erfrischende Idee auf dem sonst recht ausgelutschten Arpeggio-Markt. Sehr schoen ist auch die Sache, dass Arpeggio manuell erzeugt werden koennen, indem man auf “Manual” schaltet. Nun bildet die Reihenfolge und Notenhoehe der Triggernoten die Grundlage fuer das Pattern.
Auch die Geschwindigkeit ist frei regelbar bis 1/128 Noten. Hinzu kommt noch der “Free”-Mode bei welchem der Arpeggio frei vom Songtempo laeuft und in Hertz eingestellt werden kann.

Der huebsche Ruecken ueberzeugt auch. Erzeugt man beispielsweise einen Thor und danach einen RPG-8 werden Thor’s Eingaenge bereits vierfach verkabelt. (Gate, Note-CV, Pitch Bend und Modulation)
Der RPG-8 bietet jede Menge Ein- und Ausgaenge fuer Modulationen:

  • Inputs
    • Gate Length
    • Velocity
    • Rate/Resolution
    • Octave Shift
    • Start of Arpeggio Trigger
  • Outputs
    • Gate
    • Note
    • Mod Wheel
    • Pitch Bend
    • Aftertouch
    • Breath
    • Start of Arpeggio Trigger
    • Sustain Pedal

Ich kann mir gut vorstellen, das der Arpeggio Trigger Aus- beziehungsweise Eingang fuer die Reihenschaltung von mehreren RPG’s Einsatz finden koennte. (Nicht ausprobiert!)

Sequenzer

Der Sequenzer fiel mir etwas schwer zu beurteilen, da ich ihn (tatsaechlich) nicht benutze…demnaechst wird es dazu noch ein Tutorial geben…
Was mir jedoch schnell auffiel war, dass die einzelnen nun ueber Shortcuts bedient werden koennen. Soll heissen man kann per Tasten Q, W, E usw. Die Tools “Selection”, “Pencil” oder “Erase” anwaehlen. Der steigende Performancezuwachs ist uebrigens erheblich. Propellerheads orientiert sich damit stark an dem Shortcut-Konzept von Cubase, welches mir wiederum weniger zusagt, das ist jedoch Geschmackssache.

Voellig neu agieren die Automationskurven. Sie basieren nun auf “Vektoren” – so schreibt das Handbuch. Damit steigt Reason auch auf diesen Zug auf. Das Konzept ist aus beispielsweise Logic bekannt. 2 Punkte einer Automation werden neu erstellt, die Zwischenwerte werden beim abspielen interpoliert. Fuer zukuenftige Anwendung natuerlich ideal. Nimmt man wieder als Vorbild Logic her. Koennte man daran denken, dass in Zukunft auch logarithmische oder sonstige Verlaeufe zwischen zwei Automationspunkten moeglich sind.

Neue Automationen erstellt geht auch sehr bequem. Drueckt man die Alt-Taste waehrend man einen Knopf anklickt wird dieser sofort gruen umrandet. Ein Zeichen dafuer, dass fuer diesen Parameter eine Automation existiert beziehungsweise erstellt wurde.

Im Sequenzer selbst erfolgt die Darstellung per “Lane”. Lanes sind nun bekannt aus Pro Tools oder etwa dem neuen Logic Pro 8. Dort nennt sich das Feature “Comping”.
Mit “Comps” beziehungsweise “Lanes” sind mehrere Notenlinien gemeint, welche uebereinander angeordnet sind, jedoch nicht gleichzeitig erklingen. In einer Lane existieren sozusagen mehrere Melodien uebereinander und je nachdem kann Melodie 1, 2 oder 3 angewaehlt werden. Lanes koennen aber noch mehr.
So kann man sich der Uebersicht halber auch mehrere Automationskurven uebereinander anordnen und anzeigen lassen. Das ist eine schoene Sache. Ausserdem kann man, wiederum wegen der Uebersicht, einzelne Lanes auch ausblenden – genauso wie die komplette Lane fuer die Device.

Die Editierung erfolgt recht komfortabel und das grosse Manko eines aeusserst schlechten Sequenzers konnte in Reason 4 endlich behoben werden. Der Sequenzer ist bedienbar, akzeptabel und Reason gewinnt nun auch als Stand-alone endlich an Attraktivitaet.

Fazit und weitere Neuerungen

ReGroove Mixer:

The ReGroove Mixer combines all the benefits of quantization, shuffle, and groove templates into a single integrated environment, giving you real-time creative control over the feel and timing of individual note lanes.

Alles klar oder? Mit dem ReGroove Mixer hat man also die Moeglichkeit geschaffen die sonst so rauhen, harten und (zu) genauen Anschlaege eines Computers zu aendern. Das ist ein nettes neues Feature wuerde ich sagen. Vor allem Shuffle-Freunde werden mit dem Ding ihre helle Freude haben.
Hier jedoch gleich ein Manko. Bisher ist man es gewohnt in Reason einen Beat ueber Patterns zu erstellen diese koennen von der Pattern Sektion ausgegeben werden und per Lane automatisiert werden. Moechte man seinem Pattern jedoch nun etwas ReGroove beibringen muss man das Drum Pattern erstmal in den Sequenzer runterladen per “Copy Pattern to Track”. Schade ist das vor allem, da nun der Workflow etwas gestoert wird und dieses neue Feature erstmal nicht zugaenglich ist.

Device Palette:
Die Device Palette ist ebenfalls neu, ich moechte gar nicht viele Worte verlieren.
Paletten sind bekannt aus den meisten Programmen und da Reason breitentechnischen gesehen ein recht schlankes Programm ist, wird mit der Palette die ungenutzte Bildschirmhaelfte sinnvoll aufgefuellt. Per Drag’n'Drop koennen aus der Palette einfach neue Devices in das Rack gezogen werden.
Keine weltbewegend Geschichte also. Sinnvoll und ich benutze das Ding doch tatsaechlich. (Noch schoener waeren natuerlich Shortcuts um neue Devices zu erstellen :twisted: )

Fazit: Wie ich im ersten Teil dieser Review bereits erwaehnte ist, meiner Meinung nach, Thor alleine bereits ein Grund sich das Update zu leisten.
Die weiteren Neuerungen, wie die der Lanes und des Sequenzers bedarfen erst einer gewissen Benutzungsphase eh sich ein Workflow entwickelt hat. Bisher muss man sich neu umgewoehnen um Features wie auch den ReGroove Mixer zu benutzen.
Unter der Haube hat sich natuerlich auch etwas getan um eben den Workflow zu verbessern. Keine Frage. Aber es braucht eben noch eine gewisse Zeit.
Mal sehen das naechste Album oder die naechsten Tracks werden dann ja massgeblich vom neuen Reason profitieren beziehungsweise beeinflusst sein. :-D

Schönen Gruß,
Zettt

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