
Letztes mal ging es in der Reihe Tontechnik für Anfänger um die Lautstärke und die Lautheit — den Loudness War.
Diesmal etwas viel banaleres. Manche von euch werden vielleicht manchmal in der misslichen Lage sein und einen kurzen Audioschnitt ausführen müssen. Werbung rausschneiden, Sendung kürzen etc. Mir grausts manchmal die Haare das Ergebniss danach anzuhören. Wie ihr einen knacksfreien Schnitt hinbekommt soll euch die folgende Anleitung erläutern.
Ich verwende Amadeus Pro und das ist auch gut so. ;)
Wir haben das oben abgebildete Audiofile vorliegen. Nun folgt ein ganz wichtiger, elementarer Arbeitsschritt beim Schnitt → Zoomen! Vergrössert man die Ansicht des Beispiels sieht man schnell das einzelne Transienten sichtbar werden.
Das sind die Stellen in der das File kurzzeitig, laut wird. In diesem Falle handelt es sich um eine Bassdrum die regelmässig erklingt. Sieht man auch sehr schön an der Wellenform.

Daraus möchten wir uns nun einen Loop schneiden. 1 Takt oder 4 Beats wollen wir selektieren und herausschneiden — mittendrin.
Wiederum ist es wichtig reinzuzoomen. Diesmal noch weiter allerdings muss man beim reinzoomen darauf achten den Anfang des Transienten nicht aus den Augen und, noch wichtiger nicht den Ohren, zu verlieren.
Hier ist es meist schön, wenn sich die Abspielposition immer wieder zurücksetzt nachdem man abspielen betätigt hatte. Sollte das nicht der Fall sein kann euer Editor hoffentlich die Wellenform statisch darstellen statt ständig mit zu scrollen. Wenn ihr nicht sicher seid wälzt einfach mal das Manual.
Es ist wichtig, den Nulldurchgang zu erwischen beim schneiden. Das zeigt das untere Beispiel. Dadurch vermeidet ihr Knackser! Im Bild habe ich mal den vorderen Teil unserer Selektion festgesetzt.
Merkt euch bitte auch gleich mal die Richtung der Wellenform.

Jetzt selektieren wir den hinteren Teil des Loops. Hierbei wieder darauf achten, dass sowohl Nulldurchgang als auch die Richtung berücksichtigt wird.
Warum das wichtig ist: Achtet man nicht auf die Richtung. Sprich an den Schnittpunkten geht die Wellenform vorne nach oben und hinten auch “klebt” man nach dem drücken von entfernen zwei gleichläufige Wellenverläufe aneinander. Die Folge: Knackser sind zu hören.
Einfach vermeiden lässt sich dies einerseits durch hinhören (Wie klingts? Klingts gut? Knackser jetzt schon hörbar?) und Erfahrung (Übung macht den Meister).

Falsches Beispiel
Wie ihr bitte nicht schneiden sollt zeigt das nächste Bild.
Hier wurde einfach mitten in der Wellenform geschnitten. Weder der Nulldurchgang wurde berücksichtig noch irgendeine Auslenkung der Welle.

Schneidet man hier “hart” durch erhält man folgende Wellenform. Der Knackser ist deutlich erkennbar. (Wer’s nicht sieht, das ist die senkrechte Linie ;) )

Als letzte Wünsch ich euch noch viel Spass beim schneiden! Und vergesst nicht “Übung macht den Meister”!







Schön, deine neue Serie. Ein wenig kann ich auch noch mit aufschnappen. Ich nutze auch Amadeus; prima Tool. Gelegentlich gibt es aber mal Abstürze, besonders beim Import von analogen Quellen.
Freu mich das dir das auch weiterhilft. Dann erfuellts genau seinen Zweck.
Ich nutze zum Schneiden Cubase (ja ich weiß das ist overkill, aber da weiß ich wenigstens die Keyboard Shortcuts). Und für kleine Sachen gibt’s noch Wavepad (koscht nix)
Das schöne an Cubase ist, dass es vollautomatisch (aber abschaltbar) die Schnitte immer auf den Nulldurchgang setzt. Ich dachte eigentlich, dass das bei modernen Audio-Programmen Standard ist.
Das kann eigentlich (fast) jede Software. Ich finds aber gut, wenn man die Option ausschalten kann. Bei Logic beispielsweise ist diese Funktion manchmal eher “komisch” die springt da gerne mal ein paar Samples weiter als das was man selektiert hat. Kann man aber ausschalten. Cubase = Overkill → Auf keinen Fall.
[...] einem Video erklären lässt, habe ich dazu mein ScreenFlow angeworfen und meinen Artikel zum Thema Audioschnitt in Videoform [...]