[Kunst] Du bist deine Kunst

25.11.09 | Kategorie: music | Kommentieren?
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Nach kreativer Wertschätzung ist es mir noch wichtig mal loszuwerden, wie ein Künstler denn eigentlich zu seiner Kunst steht, beziehungsweise stehen sollte.
Dem Problem welchem man sich bei kreativer Arbeit konfrontiert sieht ist, dass das Produkt/die Arbeit ein Produkt des Geistes ist. Das was herauskommt ist ein Teil von mir. Das habe ich mir ausgedacht und ich weiss wie mein Ding funktioniert.
Aufgrund dieser Tatsache ist es oft schwierig abzugrenzen wo denn Kunst aufhört und der Künstler anfängt. Selbst Künstler haben Probleme damit beziehungsweise müssen irgendwann einmal festlegen wo die Grenze zu ziehen ist.
Denn eines ist klar, irgendwo hört der Spass dann auf! Vor allem wenn man von irgendwelchen Fans belagert wird.

Kunst und Künstler sind zwei verschiedene Dinge

Der Künstler, ich sage jetzt einfach mal Musiker, verkörpert seine eigene Musik. Er verkauft also nicht ausschliesslich seine Musik sondern zu einem Grossteil sich selbst. Wir müssen also zu einem gewissen Teil Hure sein um überhaupt anzukommen in der Öffentlichkeit.
Das klingt hart, ich weiss, aber dennoch ist es genau das was man tun muss.

Bereits beim letzten Artikel “Kreative Wertschätzung” bin ich kurz darauf eingegangen. Als Hersteller von Kunst möchte man ja nur Kunst machen. Also man macht Musik, damit man Musik macht. Man macht nicht Musik um sich bejubeln oder grossartig feiern zu lassen. Natürlich ist das schön, aber es ist nicht die einzige antreibende Kraft die mich solange im Studio sitzen lässt bis ein Track fertig ist. Das ist ein Stück Perfektionismus mit einem grossen Anteil an “Idee”. Die Idee die man hatte als man anfing den Track auszuarbeiten. Dieses quälende, ätzende, schreiende Stück, dass in diesem einen Gehirnteil sitzt und einfach nervt. Das Bild das man hat vom fertigen Track. Das Ding das mich nicht schlafen lässt eh es so ist wie es sein soll. God damn it, verdammtes Ideenzeug!
Zum bejubeln noch kurz etwas das man hier erwähnen sollte. Denn den “Stars” von morgen, welche sich bei DSDS und Konsorten bewerben haben das nicht begriffen. Ich höre ja gerne mal die Onkelz.

Ich bin Star, Superstar!
Ich hab kein Talent, aber Disziplin.
Und ich lasse mich am Piercing durch die Medien ziehn.

Anyway…

Das es nicht die Intention ist als Künstler Geld zu machen mit seinem “Body” sondern eben mit seiner Kunst ist nur schwer ertragbar.
Mir selbst wäre es auch am liebsten, könnte ich diesen ganzen Rummel sein lassen und einfach nur meine Musik veröffentlichen und für sich stehen lassen.
Aber die Leute wollen das nicht. Die wollen gekitzelt werden. Die wollen Ficken, Schlampen, Scheisse, “ich hab den Längsten” und “ich bin doch nicht blöd”. So ist das nunmal.
Für neue Artists ist das immer recht schwierig. Vor einiger Zeit hatte ich auch schon die Bekanntschaft gemacht mit Musikern die von sich selbst sagten “Ja, ich würde alles dafür tun um reich und berühmt zu werden mit meiner Musik”. Wenn man ihnen jedoch sagt, was sie dafür tun müssen, ziehen die meisten den Schwanz ein. Bleiben in ihrer kleinen Band und treten vor einem hunderter Publikum auf.
Andere dagegen machen das richtig professionell. Britney Spears, Christina Aguilera sind leuchtende Beispiele hierfür. Sie teilen das gleiche Leid wie jeder Schauspieler. Sie verdienen ihr Geld nicht ausschliesslich durch Musik sondern durch hübsch sein und gut aussehen.
Dazu gehören dann Quälereien wie:

  • Diät halten (das ganze Jahr über)
  • Kein Privatleben haben (Die Fans sind einfach zu dämlich zu wissen wo Kunst aufhört, der Künstler anfängt und vor allem wissen sie nicht was Privatsphäre ist. Dazu aber weiter unten nochmal mehr.)
  • Beziehungen wenn dann nur mit anderen “schönen” Menschen die in der Öffentlichkeit stehen. Wehe Ms Aguilera sucht sich einen Bauerndödel als Freund. Und wenn der Typ noch so toll ist…der ist einfach nicht repräsentativ.
  • Teure und schicke Klamotten tragen
  • Immer gut aussehen (selbst wenn man nur mal zum Zigarettenautomaten geht)
  • Und noch so ein paar Reglementierungen die sich daraus ergeben, dass unsere Bevölkerung so glotzgeil ist.

Privatsphäre

Zur Privatsphäre noch einige Worte. Ich verkörpere also mit meinem Aussehen und Auftreten meine Kunst. Ohne Verkörperung weniger Aussicht auf Erfolg jemals mit meiner Musik Geld machen zu können. OK damit kann ich mich abfinden. Wenn es die Menschen so wollen…bitte!
Aber dann lasst mich wenigstens irgendwann mal Feierabend haben!

NEIN! Gibt keinen Feierabend. Du hörst nicht auf deine Kunst “auszustrahlen” nur, weil es 20 Uhr Abends ist und du ausgelaugt bist, die ganze Woche viel gearbeitet hast und gerade einfach niemanden mehr sehen willst. Der Fan der grade vor dir steht und ein Autogramm haben möchte von dir ist eventuell ein Multiplikator. Solche die rumlaufen und rumposaunen “Por voll geil ey! Ich hab den Zettt getroffen. Der hat ganz schön fertig ausgesehen, aber trotzdem hat der mir noch lächelnd ein persönliches Autogramm gegeben und noch ein T-Shirt. Der war voll cool!”
Solche Typen sind kostenlose Werbung, das kann man sich nicht entgehen lassen. Denkt da bitte dran!

Ich muss zugeben, dass ist nicht meine beste Disziplin. Wenn ich des nachtens eine Mail bekomme bei YouTube von einem gewissen MyGStyleKickzYourJumpstyle23 der mich fragt “Ich hab gesehen du benutzt Ableton. Kannst du mir mal sagen warum meine Soundkarte nicht erkannt wird?” würde ich am liebsten zurück schreiben “Nein, weil ich nicht der Support von Ableton bin! Wie wäre es wenn du dich an Ableton wendest? Die kann man sogar anrufen! Die haben Strom und Internet! Ehrlich!”
Nachdem ich das dann getippt habe und schon fast auf abschicken drücke, entsinne ich mich nochmal der Grundregeln des “öffentlichen” Daseins. Egal wie du dich gerade fühlst, egal was gerade mit dir ist. Immer lächeln!

In diesem Sinne!

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