Vor einiger Zeit begann ich schonmal damit eine Review über das neue Logic Studio zu machen. Damals habe ich erstmal grob die Oberfläche von Logic angesehen und die Neuerungen vorgestellt – vor allem die technischen. Heute habe ich es jedoch auf das restliche Logic 8 Studio Paket abgesehen. Soundtrack Pro, MainStage, Compressor, das Impulse Response Utility und die Jam Packs 1-5 gehören nämlich ebenfalls zum Lieferumfang.
- Soundtrack Pro
Soundtrack Pro ist ein nondestruktiver destruktiver Audio-Editor, wenn man so sagen möchte. Mit Soundtrack ist es möglich ein Sample, welches gerade in Logic bearbeitet werden soll direkt nach Soundtrack zu schieben um es dort mit allerlei Möglichkeiten zu bearbeiten. Soundtrack versteht sich dabei grundlegend darauf, Sound zu “reparieren”. Soll heissen Störgeräusche auszublenden und solche Dinge wie “Noise Prints” zu erfassen und das Rauschen auszufiltern.
Die Handhabung ist denkbar einfach innerhalb des neuen Logic kann man entweder über Menü (ich hab ihn leider vergessen) oder über Shortcut “⇧+W” geöffnet werden. (Zum Vergleich der normale, Logic interne, Sample Editor wird nur über “W” aufgerufen. Er ist also der “grosse” Editor ;-) ) Soundtrack bietet da allerlei Funktionen dem Sample etwas beizubiegen. So kann man über das Menü “Process” allerlei, eigentlich, destruktive Bearbeitungsschritte ausführen lassen. Zum Beispiel den ein “Noise Print” aus der gerade selektierten Region zu erstellen. Doch Soundtrack bringt nicht nur Restaurierungsfunktionen über “Process” sondern auch über “Analysis” mit – das Menü befindet sich im Standardlayout unten links. Dort können Knackser, Brummen, Gleichstromversatz, etc. entfernt werden. Der Clou kommt allerdings ins Spiel, wenn man bedenkt das sämtliche bereits aufgerechneten Arbeitsschritte
1.) wieder rückgängig gemacht und
2.) in der Reihenfolge verändert werden können! Doch Soundtrack kann eigentlich noch mehr. Soundtrack ist darauf ausgelegt mit Surround Audio Material (kein MIDI!!!) klar zu kommen. Somit ist die Bearbeitung von Audio Dateien in Surround kein Problem und Soundtrack bringt dafür auch spezielle Funktionen mit. Über ein Projekt können mehrere Files gleichzeitig verwaltet werden und zu einem Bild synchronisiert werden. Dabei hilft ein Heads-Up-Display – das sogenannte HUD. Mit den HUDs kann das Audio Material leicht an die vorgesehene Stelle verschoben werden.
Auch die Bearbeitungen sind relativ Filmähnlich. So gibt es beispielsweise einen Slip-Modus – der an bekannte Schnittsoftware erinnert. Slip ermöglich es eine Region unverändert zu lassen dabei jedoch das Material, welches letztendlich abgespielt wird innerhalb der Region zu verschieben.
Schön auch das man Audio Material im Editor nach (hört, hört) Frequenz schneiden kann. Schnell in den “Frequency Spectrum View” gewechselt und per “Frequency Selection Tool” unliebsame Frequenzen selektiert, Backspace und weg damit (natürlich nondestruktiv). Das “Stamp Tool” hats mir auch irgendwie angetan – schöne Idee. Wie gesagt werden die Bearbeitungsschritte für eine Audio Datei zwar aufgerechnet. Jedoch behält Soundtrack die Bearbeitungsschritte einzeln auf und man kann diese deaktivieren und herumschieben wie man möchte. Besagte Bearbeitungsschritte können mit dem “Stamp Tool” sozusagen in die Zwischenablage kopiert werden und auf eine andere angewandt werden. Das ist wiederum für Filmnachbearbeitung sehr nützlich. Wer kennt es nicht? Mehrere Szenen sind schlecht aufgenommen. Das Material kommt im Film jedoch vorne, hinten, kreuz und quer. Da tut man sich mit so einem Stempel relativ leicht.
Mixing Funktionen, Sub-Busse, usw. alles mit dabei. Und da ich selbst Elektro-Mucker bin, noch ein Wort zur Klangverbiegung. “Ja bitte!”. Mit anderen Worten: “Ja das geht auch ganz gut.” Was mich ein bisschen stört an Soundtrack ist, dass die Shortcuts unkonform mit denen von Logicfungieren. Mit deutscher Tastatur kommt erschwerend hinzu das Zoom nahezu unbrauchbar ist. Zoom-In liegt auf “⌘+=“, während Zoom-Out mit “⌘+-” bedient wird. Recht schönen Dank. (Nur zur Übersicht: “⌘+=” entspricht den Tasten “⌘+⇧+0″ “⌘+-” bleibt jedoch “⌘+-” liegt aber auf einer ganz anderen Tastur Zone.) Auch zeigt mir mein “Effects” Menü irgendwie keine Effekte an. Ich dachte eigentlich, da würde mir eine Liste von AU-Effekten präsentiert werden, welche ich dann ähnlich oder gleich wie zum Beispiel “Normalisieren” anwenden kann.
- MainStage
MainStage find ich auch ganz lustig. Es ist für den Live Mucker gedacht der oft auf der Bühne steht und seine AU-Effekte und -Instrumente immer dabei haben möchte. Bei MainStage ist die Vorbereitung wichtig. Man legt sich zunächst eine neue “Show” an. Dort lädt man alles schön hinein was man die Show über benötigt. Dabei kann man alles einfach in “Sets” und “Patches” unterteilen. Live getestet habe ich das Tool noch nicht ich kann mir aber vorstellen, dass man voll auf seine Kosten kommt. Denn MainStage bietet viele Funktionen der einfachen Handhabung die andere Softwaren wie Rax und dergleichen nicht bieten. Zum Beispiel den Zugriff auf EXS, Sculpture und andere Logic Instrumente oder die ganzen Effekte von Logic. Die Handhabung selbst und das Interface ist Logic
ebenfalls sehr ähnlich man findet sich schnell zurecht und kann loslegen seine Show vorzubereiten.
Man geht in den “Layout Mode” und legt sich dort sein “Interface” fest wie man es gerne haben möchte. Das find ich sehr cool muss ich sagen. Dort lassen sich zum Beispiel auch gleich die Lyrics eintragen, damit man auf der Bühne schön spicken kann. Im “Layout Mode” können allerlei Kontrollen festgelegt werden und dort platziert werden wo man sie haben möchte. Instrumente können “gelayert” oder auf “Zonen” verteilt werden. Dinge die man so schon kennt aber eben schön smart gelöst sind.
Über die “Panel Controls”- oder die “Shelf Controls”-Palette können neue Elemente hinzu gefügt werden. Dabei sehr geil, das Hardware-Controller gleich zugewiesen werden können, braucht man Zugriff auf den Filter eines ES1 kann man diesen im Layout zuweisen. Einen Nachteil hat die Sache allerdings. Bisher ist mir ausser der Tatsache, dass ich MainStage wohl Live nicht einsetzen werde oder derzeit einsetze nichts aufgefallen. Tut mir leid. :-/
- Compressor
Der Compressor ist vielleicht schon aus dem Final Cut Studio Bundle bekannt – wie auch Soundtrack Pro.
Das Programm ist ein Formatewandler, insbesondere für Video Formate. Hat man viele einzelne Videodateien zu konvertieren. Kann man diese auf die Oberfläche von Compressor ziehen und dort Einstellungen vornehmen mit welchem Codec sie konvertiert werden, welche Metadaten angehängt werden sollen, usw. Ein Feature, welches ich schon für mich entdeckt habe ist die Möglichkeit sich “Droplets” zu sichern. “Droplets” sind kleine Anwendungen, welche autark von Compressor funktioniert und, wie der Name schon sagt, Dateien, welche auf sie gedropped wurden, aufnehmen und diese an den Batch Monitor weiter schicken. Dieser überwacht letztendlich nur den Konvertierungsvorgang und gibt eine Übersicht über die laufenden Prozesse. Klein aber nützlich. - Impulse Response Utility
Wer auf Soundverbiegung mit Hilfe des Space Designers steht, kommt jetzt mit dem Logic Studio Bundle voll auf seine Kosten. Das mitgelieferte “Impulse Response Utility” nimmt Impulsantworten auf und bietet die notwendigen Einstellungen. In Logic Pro 8 ist alles Surround, so auch das “Impulse Response Utility”. Lässt man eine Antwort sweepen lassen sich “Speaker Position” und “Mic Position” festlegen. Danach noch eine Datei generieren welche der Space Designer versteht und schon kanns losgehen. Wer schon immer mal wissen wollte, welche Impulsantwort den sein internes MacBook Mikro + interne MacBook Lautsprecher (so wie ich ;-) ) bringen kommt also jetzt voll auf seine Kosten. - Jam Pack 1-5
Über die “Jam Packs” mag ich mich eigentlich ausschweigen. Auf der Apple Seite gibt es einige Informationen dazu. Kurz zusammengefasst:
Die “Jam Packs” sind Apple Loops Sammlungen zu gewissen Themen wie “Rhythmus” und “World Music”. Seht es euch an das Zeugs ist soweit andere das beurteilten ganz lustig. Einen Nachteil hat die ganze Sache, dadurch das insgesamt 5 “Jam Packs” dabei sind bläht sich die Installation auf knapp 40 GB aus. Möchte man also in den vollen Logic StudioGenuss kommen kommt man um eine geeignet grosse Festplatte nicht herum.
Zweiter Nachteil ist, dass die Installation dadurch auch etwas länger dauert – bei mir knapp 2 Stunden. Aber was tut man nicht alles.
So das wars mal wieder von der Audiofront. Viel Spass weiterhin. Ich verlogic mit jetzt mal wieder ins Studio.
:zettt:
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Ach wieso klingt das alles so Lecker und verführerisch und wieso ist in meinem Geldbeutel mal wieder Ebbe angesagt =(
Naja, mein 1.5GHz Powerbook ist eh keine Zugmaschine mehr die einem neuen Logic gerecht werden könnt.
Danke fürs Reviewen!