[Music] Warum es sich lohnt mal nicht aufs Musikbusiness zu hören

08.12.09 | Kategorie: music | 3 Kommentare
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Jaja. Er nu wieder!

Wahrscheinlich predige ich schon seit Jahren das Kredo des Musikbusiness in meinem Blog. Jüngst hat sich aber die Einstellung gedreht und ich möchte hier mal kundgeben, aus welchen Gründen es sich lohnt nicht den Regeln zu folgen.

Mal nicht aufs Business hören: Einführung

Bitte versteht diesen Beitrag als Ergänzung, nicht als Widerlegung. Es sollen hier nämlich nicht die Grundregeln für den erfolgreichen Businesseinstieg revidiert werden. Im Gegenteil seht das als Inspiration für eure eigenen Karriereplanungen.

Wie bin ich überhaupt zu diesem Eintrag gekommen?

Mein erster (kommerzieller) Release, die January EP, brachte mir unglaublich viel Reichtum. Im Juni (Release Monat) habe ich durch den Verkauf bei iTunes & Co 3 (in Worten “drei”) Euro verdient. 50% gehen ans Label. Heisst also ich kann im Juli mit 1,50€ mal so richtig einen draufmachen gehen. Weitere Abrechnungen liegen übrigens noch nicht vor. Inzwischen sollte ich wohl an die 10€ verdient haben.

Mit Musik verdient man kein Geld! Das soll aber nicht Inhalt hier sein, denn Musik machen wir trotzdem. Warum? Es gibt einfach Dinge die man halt machen muss!

Mal nicht aufs Business hören: Begründung

Nach dieser Einführung, wieviel Geld man mit wieviel Werbung verdient, nun die eigentliche Aussage diese Eintrags.

Wenn es also so ist, dass ich mit einigermassen grossem Aufwand, knapp 2 Monaten an Arbeit und mit ca. 150€ Investition an Merchandising Artikeln am Schluss nur 1,50€ heraus bekomme. Warum mache ich dann überhaupt noch Musik die sich am “Mainstream” orientiert? Und einen Mainstream gibt es in jedem Genre! Selbst die abgefuckteste, schlechteste Hinterhof Punkband orientiert sich an irgendwelchen Vorbildern! Warum lässt man das nicht einfach weg? Ist das pure Dummheit oder Unwissenheit? Wenn es sich nicht auszahlt so zu klingen oder klingen zu wollen “wie die Vorbilder”. Wieso machst du dann nicht einfach die Musik die dir gefällt?
Was soll der ganze Scheiss mit “Du bist nicht Britney” und “Du nicht Bono genug”?

Genau das waren meine Überlegungen.
Wieso möchte ich denn so klingen wie Justice oder Richard James? Hey, die waren sicher auch mal in meiner Situation und standen vor einer ähnlichen Frage. Was tun?

Bewusst geworden ist mir das kurz bevor ich zusagte “Crab Style” mit zu produzieren. Deswegen ist mein Remix auch so geworden wie er nunmal ist. Ich steh auf Trash! Ich steh auf Rauschen! Ich mag’s 3 Verzerrer auf Vollanschlag hintereinander zu schalten! Ich steh auf Glitches und Stutter Edits! Ich mag’s, wenn’s so richtig, richtig, richtig oberdreckig klingt!
Also warum mach ich dann nicht solche Musik? Es hält mich doch niemand davon ab! Und mit 1,50€ in der Tasche bin ich jetzt nun auch wohl keiner der oberen 100. Narrenfreiheit! Interessiert doch eh keinen was ich mache!

Hiermit möchte ich jedes noch so kleine Licht dazu ermutigen das zu machen wozu er oder sie Lust hat.
Nebenbei hab ich auch so ein paar Kollegen — kennt ihr vielleicht. Diese Leute ala “Ich produzier jetzt mehr so in die … Richtung!” Alter, mal ganz ehrlich: “‘N Scheiss!”

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