Da lebe ich also jetzt schon für einige Zeit in England und was ich mal zusammengefasst sagen kann, ist, dass die meisten Menschen sehr offen, ehrlich und freundlich waren. Gar nicht mal das was ich mir als einer dieser pissigen Nörgeldeutschen vorgestellt habe.
Was ich in der Vergangenheit für Kommentare bekommen habe von irgendwelchen Weichlutschern: “Ey, du kommst aus Deutschland! Das kann man voll hören!”
Und? Weisst du was du mich mal kannst? Ich werde wahrscheinlich niemals verbergen können wo ich herkomme, aber warum sollte ich das auch?
### ZZUNL10: Be proud of what you are
Ehrlich bin ich ziemlich stolz darauf dort her zu kommen wo ich herkomme. Bayern nennt sich das. Tiefste Pampa!
Ich hab’s geschafft mich von einem unverständlichen Bauernkauderwelsch-sprechenden Bayern zu einem normal mitteilungsfähigen Menschen, mit gehobenen Englischkenntnissen, zu entwickeln.
In Deutschland war das noch nicht besonders wichtig. Ich mein, man hört’s halt schon, dass ich aus Bayern komme. Und bisher war mir der bayrische Charme immer Hold.
Und ich habe darum auch nie ein Hehl gemacht “Ne”, “net”, “iwo”, “wiederschaun” und dergleichen Dialekt verwende ich, egal wo ich hinkomme, immer noch.
In England hat sich das jetzt nochmal ein wenig gewandelt, logischerweise. Die Vorstellungen sind schwammiger als die vom eigenen Land. Aber wenn ich sage, dass ich dort herkomme wo’s das Oktoberfest und viel Bier gibt wissen viele gleich mal mehr was Sache ist.
Und das schöne ist ja, dass selbst in England einige Dinge noch Deutsch sind. So sagt man sich auch hier entweder “God bless you” oder “Gesundheit”. Das hab ich doch auch gleich mal übernommen. Und siehe da…man versteht mich auch so. Im ersten Moment sehe ich zwar etwas komische Blicke, aber im zweiten Augenblick
Achja der is ja n Deutscher
Die meisten lächeln dann freundlich, wenn sie die Situation verstehen.
Auch sich beim Essen hin zu setzen und drauf los zu essen ist mir manchmal nicht so ganz geheuer. Ich bin es gewohnt mich Mittags hin zu setzen und dann mit einem “Guten Appetit” oder einem “Mahlzeit” anfangen zu essen. Sich einfach hinsetze und drauf los mampfen ist mir nicht so ganz geheuer. Aber auch hier entdecke ich, dass Menschen meine “deutsche Art” schätzen, wenn ich beispielsweise vor dem essen “Guten Appetit” sage. Die meisten wissen nämlich, dass das die Deutschen eben so machen – sie sagen “Guten Appetit” – und können dann darauf reagieren. Die meisten kennen das natürlich nicht wirklich und reagieren darauf mit einem freundlichen “Thank you” was mehr als ausreichend ist auf so einen Gruss.
Worum es mir bei diesem Post geht. Bitte, bitte versucht nicht eure Herkunft zu verbergen. Leute mögen es, natürlich, wenn ihr versucht so zu reden wie sie. Aber das ist nur ein netter Seiteneffekt. Aber was ich gerade spuere, das wirklich gut ankommt ist, einfach nur ich selbst zu sein. So zu sein wie ich nunmal bin. Mit meiner ganze Bayerischkeit wie ich sie nunmal habe. Mit meinem “Ein Fuss fängt bei mir unter der Huefte an!” oder einem “Servus”. Das macht mich gerade stolz und glücklich. Und deshalb meine Conclusion an euch:
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Dem konn isch blooß zuustimmä.
Als Monnemer hier bei den Schwaben kann ich dem nur zustimmen. Es macht fast Spaß, seine “Fremdländigkeit” raushängen zu lassen.
Interessant dabei finde ich vor allem, was manche “Regionalisten” immer für sich ‘allein’ beanspruchen. Das mit dem “Fuß ab der Hüfte” wurde mir nämlich als “typisch schwäbisch” erklärt. Genauso wie die Schwaben “heben” sagen und “halten” meinen – und diese Eigenart als “nur schwäbisch” wissen möchten – dabei ist das in der Kurpfalz ganz genau so.
Viele Vorurteile oder Eigenarten sind garnicht typisch schwäbisch, bayrisch oder pfälzisch – sondern typisch deutsch… oder vielleicht noch nicht einmal das.