Nachdem ich neulich schon einmal über uns geschumpfen habe möchte ich gerne noch ein wenig weiter schimpfen. Mein Beitrag die Welt ein kleines bisschen schöner zu machen. Wie so oft fehlt es uns Deutschen an der Ausdrucksweise. Vor allem in Fremdsprachen können wir da noch so einiges nachholen. Oder wer von euch kann sich noch an sein Schulenglisch erinnern?
Die Intension meines ersten Postings war ja, die Ausdrucksweise zu verbessern indem man einfach mal vor Augen führt, wo wir uns denn genau falsch ausdrücken. Daran will ich nochmal anschliessen.
Umgangssprache
Einer der meist gemachten Fehler, die ich so erkenne, ist Umgangssprache mit formaler Sprache zu vermischen. Meist geschieht das wahrscheinlich aus Unwissenheit und aus der puren Tatsache, dass das was wir als Englisch so grösstenteils mitbekommen entweder irgendwelche Sachbücher oder irgendwelche Filme sind. Letztere sind emotionaler und von echten Menschen gespielt. Wahrscheinlich glauben wir deshalb das shit und fuck Ausdrücke sind die man einfach so verwendet – oft genug gesagt wird’s ja schliesslich.
Aber auch hier, kann man sich nur wieder eines vor Augen führen, es gibt im Englischen, wie auch im Deutschen eben Beamtensprache und Umgangssprache.
Hey, Alter wie geht’s? Alles Roger in Kambodscha?
…übersetzt sich sehr schlecht in einen Brief. Sowas schreib ich ja nicht mal meinen besten Freunden. Meist schreibe ich eher sowas wie:
Hi du, wie geht’s dir so? Was treibst du grade so?
Den ersten Satz will ich gar nicht übersetzen. Irgendwas mit buddy, dude oder chap wahrscheinlich. (Und Alles Roger in Kambodscha sagt hier zum Glück keiner…) Worauf ich eigentlich hinaus möchte. Fehlt es einem mal an der Ausdrucksweise, kann man einfach hergehen und einen Deutschen Satz hinschreiben und versuchen den zu übersetzen.
Hello there, how are you? What are you up to?
Klingt doch voll gut und würde jetzt so wie ich das einschätze niemanden vor den Kopf stossen.
Als Dictionary kann ich immer noch dict.cc empfehlen – gibt’s auch als iPhone App (gratis).
Umgangssprache 2
Weiter geht’s, denn eigentlich will ich noch auf was hinweisen. Wenn neben einem Wort im Wörterbuch [coll.] steht dann heisst das colloquial – auf Deutsch umgangssprachlich. Ergo, wenn man sich über eine App beschweren möchte, dann macht man das sicher nicht umgangssprachlich. Oder schreibt ihr eure Mails umgangssprachlich?1 Ich weiss manche machen das, zum Glück verlieren das die meisten, mit Anfang 20. Manche jedoch nicht, mit denen würde ich den Mailkontakt dann versuchen zu meiden.2 Zurück zu colloquial, steht also umgangssprachlich neben einem Wort, ist das also eher ungeeignet für Briefe. Aber hier mal ein paar Alternativen zu fuck und Scheisse:
- bad (Ja, so einfach…)
- not working
- simply not working
- I expected something different
- sadly
- unfortunately
- poor
Irgendwas, seid bitte kreativ, aber crap ist halt schlicht Scheisse, wörtliche übersetzt, und nicht Kot.
Grussformeln
Wie bereits gesagt, gibt es verschiedene Formen ein Gespräch einzuleiten. To whom it may concern oder Dear Mr. xXx. Vor allem beim verabschieden hat man grosse Auswahl. So kann man beispielsweise schreiben Yours sincerely, was ziemlich gestochen klingt, aber auch extrem vornehm. Passt aber auch nicht überall. Hochachtungsvoll ist wohl die direkt Übersetzung. Wie gesagt, eher selten. Ich mag kürzeres.
Meistens benutze ich Best um mich zu verabschieden. Kind regards ist auch so ein eher vornehmer Term. (Wobei ich immer King regards schreiben möchte…) Eins der Allerweltswörter ist Cheers. Das kann man nicht nur zum Sektgruss benutzen sondern auch um sich zu verabschieden und Danke zu sagen. Das höre ich hier in England ziemlich viel. Hält man jemanden die Tür mit auf, bedankt sich dieser meist mit Cheers. Apropos danke, mit danken kann man auch abschliessen. Thanks, Thank you oder Thanks in advance.
- Best regards
- Kind regards
- Kindly
- Best
- Yours
- Your sincerely
- Sincerely
- Thanks
- Cheers
Ein bisschen
Auch hierüber möchte ich ein paar Worte verlieren. Ich hoffe es wird gleich klar(er) was ich damit meinte. Meistens ist es so, dass man in einer Fremdsprache oft/manchmal meint, dass manche Konstrukte so sicher nicht funktionieren, weil sie zu sehr an die eigene Sprache erinnern. Persönlich finde ich:
You can reach me on my phone.
ziemlich komisch. Ist aber korrektes Englisch. Was ich als ich her gekommen bin viel komischer fand, dass so kleine Wörter die wir eben einfach benutzen, weils handy ist. Genauso auch in dieser Sprache vorkommen. Komisch fand ich beispielsweise a bit, auf Deutsch ein bisschen.
Will man sich also beschweren, kann man einfach den inneren Gedankengan versuchen weiter zu stricken.
Der Editor ist ein bisschen komisch zu bedienen.
It’s a bit weird to use the editor.
GROSS- und kleinschreibung
So, bitte nagelt mich nicht fest, ich bin kein Profi. Gross- und Kleinschreibung machen mir grosses Kopfzerbrechen, aber die Grundregel lautet: Eigennamen gross3 und auch am Satzanfang, ansonsten klein.
Warum ich das hier erwähne, mir ist irgendwann mal aufgefallen, dass die Engländer bei Überschriften andere Regeln zu haben scheinen. Schaut euch einfach mal irgendein Buch an, oder eure Lieblings-Musik. Scheint widersprüchlich macht aber Sinn, so kann man eben die Überschriften besser vom eigentlichen Text unterscheiden. Die Regel hierfür lautet alle “unwichtigen” Worte werden klein geschrieben, flachsig ich weiss. Sowas wie of oder the wird manchmal, aber nicht immer, klein geschrieben. Alle anderen Worte beginnen mit einem grossen Buchstaben Getting Things Done beispielsweise. Nun zu “flachsig” noch kurz ein paar Worte. Ich habe tatsächlich noch keine genaue, definitive, buchgerechte Aussage irgendwo darüber gefunden wie man das handhabt. Das verwirrende ist, dass es je nach Herkunftsort anders gehandhabt wird. Manche sind straight und sagen, dass in Überschriften jedes Wort mit einem grossen Buchstaben beginnen muss, andere verfolgen eben Konzept zwei und lassen “unwichtiges” klein.
Hmm…Ich mach’s so. In OS X gibt es eine Funktion für NSString, die einen String in Title Case verwandelt. Anklicken, mach mir das bitte mal Title Case, fertig. So verwende ich das wahlweise mit Automator oder Keyboard Maestro, TextMate (eingebaute Funktion; ⌃⌥U) oder Scrivener (eingebaut; Text → Convert → Title Case)
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Eine kleine Anmerkungs hierzu. Ich weiss, dass es schwer ist sich in einer Fremdsprache auszudrücken. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, in der ich nahezu jedes Wort einzeln übersetzt habe – damals um irgendwelche Songtexte zu verstehen. Das ist hart, das ist schwer, aber ich verspreche, dass es den Mehraufwand lohnt. Erstens lernt man was und zweitens drückt man sich (hoffentlich) nicht aus wie ein Bauer. ↩
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Genauso wie mit Windows Usern die einem .doc Dateien schicken… ↩
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Namen von Personen und Gegenständen werden so geschrieben wie sie daher kommen. Andreas, iPhone, MacBook usw. Orte und Strassen werden ebenfalls gross geschrieben Needless Alley (Kein Witz!). ↩
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Danke für den ausführlichen Einblick. Ist teilweise wirklich schlimm, wie blöd wir uns äußern. Gerade dann, wenn man sich nicht in sprachlich sicherem Terain befindet.
Das stimmt. Was mir so langsam auffaellt oder wieder in den Sinn kommt, ist die Zeit in der ich noch nicht so gut Englisch gesprochen habe. Was muss ich da nur fuer einen Unsinn verzapft habe. Ohweihja!
Aber nach allem was ich so weiss, scheints wohl auch nicht so schlimm gewesen zu sein. (whew)