Nein, das wird kein englischer Blogeintrag, auch wenn der Titel das vielleicht vermuten lässt.
Das obige Bild fand ich einfach nur einfach zu süss, als dass ichs unverbloggt gelassen hätte.
In einem meiner englischen Musik- und Audio-Lieblingsblogs ist das Foto irgendwann mal aufgetaucht.
Elektronic Music: The Future!
Aber es macht mich auch nachdenklich so etwas zu lesen. Was werden meine Kinder hören? Was werde ich hören?
Derzeit mischt sich mein Musikkonsum aus “Hauptsache Elektronisch” mit “Von jedem etwas” zu etwa 80/20. Allerdings hatte ich auch schonmal Phasen in denen ich mehr “Rock” gehört habe. Die Zeiten scheinen mal wieder vorbei zu sein. Gerade jetzt wo klanglich enorm viel in der elektronischen Musik passiert. Naja…viel und auch wenig.
Glitches sind immer noch in, genauso wie Samples verdrehen in jeglicher Art und Weise. Hier fehlt gerade die Innovation. Bei der klanglichen Umsetzung gibt es aber noch viel zu entdecken.
Zurück zum Thema. Wie sieht es aus mit der Zukunft der elektronischen Musik?
Samples verbiegen kann nicht immer das Nonplus-Ultra sein. Und darüber muss ich in den letzten Wochen viel nachdenken.
Was kommt nach dem Glitch? Wo kehren wir hin wenn der Sidechain den Konsumenten überdrüssig wird?
Ich merke das an meiner eigenen Produktionsweise. Sie verändert sich ja ständig. Ich benutze nicht besonders gerne Session Templates. Meistens auch nicht besonders gerne irgendwelche Presets. Also schraubt ich meine Sachen eigenhändig zusammen. Benutze sehr gerne Sidechains und auch Samplefetzen die sich mithilfe von Delays, Filtern und Verzerrern wieder in eigene Klanggebilde verwandeln.
Von abgefahrenen Klangerzeugern halte ich meistens nichts bis wenig. Diese sehen meistens supertoll aus, machen in den Demovideos supertoll Krach aber möchte man mit den Geräten arbeiten merkt man den Unterschied zu einem “richtigen” Synthesizer und Sampler.
Hypes wie “Ableton Live ist ja der Megasequencer” werden auch irgendwann mal abgelöst. Nur von was? Ich bin da ein typischer Konsument.
Ich weiss solange nicht, dass ich etwas vermisst habe eh man es mir nicht zeigt und sagt “Das ist doch cool, nicht?”
The Fathers of Elektronic Music
Aber auch anderweitig denkt man natürlich an die Zukunft “Papa, wie war das denn damals mit der elektronischen Musik?” höre ich meine Kinder fragen — sollte ich jemals welche haben.
Was antworte ich denen? Ich hatte schonmal irgendwann eine ganz verrückte Idee wie man vielleicht in ein paar Jahrhunderten über unsere “moderne” Musik sprechen würde. Begrifflichkeiten wie
An dieser Stelle verwendet der Komponist eine leichtere Filterkurve als im ersten Abschnitt seines Werkes um damit einen Akzent zu setzen der dem darauffolgenden sich wiederholendem Thema genügend Platz verschafft.
Ist natürlich schon *wurgs* sich vorzustellen das man in vielen Jahren tatsächlich mal von unserer heutigen Musik sprechen wird wie wir es heute von der Klassik tun.
Was ich aber viel schlimmer finde ist, dass manche Menschen davon sogar so reden wären als wäre es Kunst.
Dabei wollten wir doch nichts anderes machen als Musik! Nicht Kunst. *kopfschüttel*
Aber wenn es um Kunst und nicht Kunst geht bleibt mir eh nur zu sagen, dass Kunst nicht vom Künstler selbst zu einer solchen wird. Sondern meist von denen die die Kunst betrachten und diese dann erst zur Kunst erheben.
The End of Elektronic Music
Das wir mit der elektronischen Musik gewonnen haben weiss ich schon lange. Sonst könnte ich nicht so entspannt durchs Leben gehen.
Ich kann mich noch an meine Jugendzeit erinnern. Damals war ich sehr verbissen darauf alles und jedem meinen “Glauben” aufzuzwingen. Und mein Glaube sah eben vor, dass es nur die elektronische Musik noch gibt und alles andere nur Firlefanz ist.
Das hat sich dann geändert als ich a) erwachsen (und damit auch entspannter) wurde und b) ich Ende der 90er Jahre ein Zitat eines Mannes las, über den Mann sagen kann was man will, aber dieses Zitat hatte mich gefangen. Sven Väth sagte damals, als er gefragt wurde wie er denn die Entwicklung der elektronischen Musik zusammenfassen würde und er sagte:
Der Kampf ist vorbei, wir haben gewonnen!
So long, 
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Gut geschrieben. Manchmal denke ich auch daran wie es wohl in 20 Jahren sein wird. Wird man dann denken, dass die heutige elektronische Musik wie New Wave eine Modeerscheinung war? Hoffentlich ist es dann so, dass Musikrichtungen wie Glam Rock oder Industrial als vollwertig anerkannt sein werden. Und nicht als Trash angesehen wird wie heute “Du” von David Hasselhoff.
Wenn ich schon mal gefragt habe wie das denn in den 80ern, wie mein Jahrzehnt, in dem ich geboren wurde, so war, erhalte ich nie eine Antwort. Sind die eigenen Jahrzehnte so schlimm und traumatisch? Ich werde meinem Kind, sofern es mal eines geben sollte, Rede und Antwort leisten!
Boar, ich les das gerade und muss feststellen, dass ich gestern auch ohne Alkohol neben der Kappe war. Sorry. Mein ganz persönliches Fail ;)
Der Kleine auf dem Foto ist ein guter Spezialist, nicht wahr! :)
Ich glaube, dass sich verschiedene Musikrichtungen im laufe der Zeit behaupten werden, Electro ist auch erst mit der Zeit aus einer Nische auferstanden wenn man so will. Meiner Meinung nach wird das mit mehreren Musikrichtungen passieren, Brit Pop ist ein anderes Beispiel dafür.