Fernseher 2000

04.03.08 | Kategorie: news | 4 Kommentare
(No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Mal wieder war ich beim Sebbi stoebern. Das Thema lautete “Was MySpace mit Kindern anstellen kann”. Darin verlinkte Sebbi ein YouTube Video eines Kindes, dass nicht ganz so erbaut davon ist, als ihn sein Bruder versucht ein wenig ueber MySpace auszufragen.
Der Bruder stellt seine Fragen auch dahingehend, dass MySpace “nur” eine Internetseite sei und sich der kleinere Bruder da doch nicht so hinein steigern solle. Hier das Video:

Das erste Video hat mich neugierig gemacht. Weil ich mir bei weitem das Ausmass dieser Internetisierung vorstellen konnte und bin in den “Related Videos” auf das hier gestossen:

Schon krass, welche Auswirkungen eine solche Internetseite auf unsere kleinen Kinder haben kann.
Gleichzeitig frage ich mich…

Ist das Internet der Fernseher des 21. Jahrhunderts?

Seitdem ich damals einen Computer bekommen habe als Junge, habe ich viel Zeit mit dieser Kiste verbracht. Als Jugendlicher nutzte ich jedoch, ganz normal, den Fernseher als Input-Medium.
Unsere Eltern sind mit dem Medium Fernseher und Zeitung vertraut.

Vor ca. 4 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, als ich zuhause auszog, dass ich keinen Fernseher mitnehmen moechte. Seither hat das Internet einen besonders hohen Stellenwert bei mir als Medium erreicht.
Es ist die Moeglichkeit mich schlicht zu “beschaeftigen”. Abends oder auch zwischendrin wenn ich nichts zu tun habe. Genau wie…ja genau wie einen Fernseher. Die Flimmerkiste laeuft bei den meisten Deutschen den ganzen Tag. Viele koennen sich ein Leben ohne gar nicht vorstellen. Er gehoert zum Standard eines jeden Wohnzimmers.

Und das obwohl, bekennendermassen, “nur Mist kommt”.
Aehnlich ist es derzeit mit dem Internet. Da kommt auch nur Mist. Beziehungsweise wir tun nur Mist.

Was kann man denn schoenes machen im Internet? Na rumklicken halt. Dann hat man den zum Freund und gibt hier seinen Kommentar ab, hier ist man angemeldet und dort schreibt man jemandem was.
Darauf laeuft es meistens hinaus – aufs schreiben. Die Kommunikation ist ganz wichtig und treibt dieses Medium voran. Und natuerlich das klicken! Das darf man nicht vergessen. Klick, klick, klick.

So sitzt man da vor diesem Rechner und wuehlt sich durch die Internetseiten (da erinnere ich mich an die liebe LCD-Sonne). Hier gibt es was schoenes und dort auch.
Schmackhaft aufbereitet wird das ganze dann von Google und man erhaelt sofort was man sucht.

Damals hatte ich meinen Fernseher abgeschaft wegen der Werbung.
Das hat das Internet inzwischen auch ueberwunden. AdSense wo man nur hinsieht. Aber das nur so am Rande.

Worauf will ich hinaus?

Ich sehe die Entwicklung kritisch!

Unsere Kinder wachsen mit dem Internet auf, so wie unsere Eltern mit der Zeitung und wir mit dem Fernseher.
Das Internet ist ein Medium! Medien haben Macht, da sie die Gedanken der Menschen steuern.
Wir muessen, denke ich, uns das immer vor Augen halten, wenn wir unseren Kindern einen Computer schenken.

Denn vorbei sind die Zeiten in denen wir Menschen uns jeden Tag beschaeftigen muessen woher wir unser Essen bekommen. Vorbei die Zeiten in denen man staendig nur arbeiten musste. Es kehrt Wohlstand ein, wir sitzen groesstenteils nur herum und brauchen Beschaeftigung. Klick!

Jobs & Gates haben da echt etwas losgetreten. Sie haben den ersten modernen interaktiven Fernseher erschaffen, der auf Klick reagiert und den ich mir so konfigurieren kann wie ich moechte. Es ist wie ein Wohnzimmer. Jedes Fenster sieht schick aus und der Monitor muss moeglichst gross sein, damit man ja nicht mehr in die Wirklichkeit blicken kann (die Realitaet hat ja eh eine schlechtere Aufloesung).
Der Computer ist nicht mehr das nuetzliche Wirtschaftsding mit dem man seine Hausarbeit aufsetzen kann und drucken kann. Es ist Musikplayer, Videogucker, Internetomat, Chat-mich-weg, Rechnungsschreib und Rumklickmaschine.
Die Milliardenbetraege auf den Konten genannter Herren bestaetigt das…

Natuerlich sind Medien trotzdem auch was Gutes. Denke ich an die ganzen hunderttausende von Buechern. Im Fernsehen laufen staendig Dokumentationen. Wissen soll generiert werden. Und doch wieder nur ueber ein Medium kommuniziert.

Also Weidmanns Heil und Augen auf beim Fernsehkauf.

No related posts.

4 Comments

have your say

Kommentiere oder setze einen Trackback zu diesem Eintrag.
Neue Kommentare per RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

:

:


«
»